Hochintensiver fokussierter Ultraschall (HIFU) ist eine vergleichsweise junge Technik, die bei der Therapie von Tumoren eingesetzt wird.

Im ersten Schritt wird über Ultraschall gestützte Bildsteuerung die zu behandelnde Struktur im Körper lokalisiert. Anschließend werden therapeutische Schallwellen generiert, die über spezielle Wandler stark gebündelt werden. Man kann sich das so vorstellen, wie wenn man das Sonnenlicht mit einer Lupe fokussiert.

Diese hochkonzentrierten Wellen mit einem Fokusbereich von ca. 3-5 mm Breite und 8-15mm Länge werden gezielt auf den Tumor gerichtet und zerstören ihn so Schicht für Schicht.

Zwei Wirkungen helfen dabei so den Tumor zu zerstören. Erstens wird der Fokusbereich durch die starke Bündelung auf ca. 80 C erhitzt und zum anderen kommen neben der thermischen Wirkung auch mechanische Effekte zum Tragen. Durch die räumliche Verschiebung wird eine Kavitation des Tumorgewebes und dadurch das Platzen von Mikrobläschen ausgelöst. Schließlich wird die Blutzufuhr des Tumors unterbrochen, und somit kommt es im Laufe der Zeit zu einerSchrumpfung des inaktiven Gewebes, dieses kann in Einzelfällen in den Wochen nach der Behandlung sogar ganz verschwinden.

Anwendungsgebiete sind unter anderem Pankreastumoren, Lebertumoren und -metastasen und Nierenzellkarzinome. Zu den selteneren Erkrankungen, die mit HIFU behandelt werden können zählen Desmoid-Tumore. Bei Mammakarzinomen ist HIFU zwar nicht die Therapie der ersten Wahl, aber bei Patientinnen, die die reguläre Behandlung verweigern, ist das eine Alternative. Ist ein Leiomyosarkom im Bauchraum gut zu erreichen, haben wir mit HIFU ebenfalls gute Erfahrungen gemacht. Darüber hinaus können wir auch Fibroadenome in der Brust sowie Knochentumoren und -metastasen in den Extremitäten auf diesem Weg behandeln.

Je nach Größe des Tumors und Behandlungsdauer wird der Eingriff normalerweise unter Vollnarkose durchgeführt.